Erntedank

Wir Christeninnen und Christen begreifen die Erde und den Himmel als Schöpfung Gottes. Er trägt dafür Sorge, dass es uns Menschen an nichts, was das Leben erhält, mangeln wird. Das hat er versprochen: Solange die Erde besteht, sollen Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht nicht aufhören (1. Mose 8, 22)
Der Dank für die Ernte ist Ausdruck unseres Schöpfungsglaubens: Wir Menschen können das Wachstum und den Erhalt der Natur beeinflussen - aber dass es
überhaupt wächst, ist nicht unsere Leistung. Mit dem Erntedankfest bedanken wir Christen uns bewusst für das "tägliche Brot", für das wir im Vaterunser jeden Sonntag bitten.
Durch die Industrie- und Dienstleistungsgesellschaft erhält das Erntedankfest zusätzlich zum Schöpferlob neue Akzente:

  • Das Teilen der Ernte rückt mehr in den Vordergrund: Viele Gemeinden denken an diesem Tag an die Menschen, die an Hunger leiden, und sammeln in ihren Kollekten für "Brot für die Welt" oder ähnliche Organisationen.
  • Die Lebensmittelskandale der vergangenen Jahre machen uns bewusst, dass der Dank für die Ernte verbunden ist mit verantwortlichem ökologischen Handeln. Gesunde, unbedenkliche Lebensmittel sind Luxusgüter geworden.
  • Die vom Menschen selbst verursachten Klimaveränderungen und die dadurch auftretenden Naturkatastrophen stellen unsere als sicher geglaubte Nahrungs- und Energieversorgung langfristig wieder in Frage
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