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Liebe Leserin, lieber Leser „Früher war alles besser" 1250 Jahre Partenheim - 1250 Jahre Leben, Leiden, Lachen in unserem - in Ihrem Ort! Ganz Partenheim rüstet sich, schmückt sich für das Geburtstagsfest und taucht mit Begeisterung ein in das Leben von Menschen vergangener Epochen. Mit wachsender Beschäftigung mit dem Thema Mittelalter packt es eigentlich fast alle: fast ein bisschen Verliebtheit in diese vergangene Zeit macht sich breit! Und nicht nur uns hier geht es so: landauf, landab boomen die Mittelaltermärkte, die Highland- und Keltenfestspiele - weiter im Norden die Wikingerausstellungen. Was fasziniert uns eigentlich so an vergangenen Zeiten? Waren sie wirklich besser? Ich bin überzeugt, dass es uns ziemlich schwer fallen würde, uns in diesen Zeiten wirklich zurecht zu finden. Bei aller Sentimentalität vergessen wir allzu leicht, dass das Leben schon fünfzig Jahre zurück wesentlich mühsamer war, als unseres heute. Vielleicht gab es Menschen, die tatsächlich mehr Zeit hatten, doch das waren sicher nur die wenigen wirklich finanziell gut gestellten Menschen mit Dienerschaft. Die anderen waren in beinahe jeder Minute am Tag beschäftigt: Essensbeschaffung und -zubereitung beispielsweise, ohne Küchenhelfer wie Mixer, Spülmaschine oder gar Kühlschrank. Auch wenn man sich zu helfen wusste, ohne das alles, dauerte es doch viel länger als heute, ein gutes Essen auf den Tisch zu bekommen. Oder Sehen ohne elektrisches Licht: die Menschen gingen mit dem Sonnenuntergang ins Bett, weil es ohne Licht schwierig war, noch irgendetwas zu machen und standen mit Sonnenaufgang auf, um die Tagesstunden zu nutzen. Wollten wir wirklich schon bei der geringsten Erkältung befürchten, dass unsere Kinder ihr Leben verlieren, ein Beinbruch zum Verlust des Beines führen kann oder ein entzündeter Zahn zum Wundbrand? Wollten wir wieder in Kauf nehmen, bei Widerworten eine Maulschelle zu bekommen oder wenn das Essen, das Werkstück, die Ernte zum Missfallen des Herrn ausfielen? Wollten wir auf die Nachrichten von den Verwandten aus Frankfurt oder Mainz wieder tagelang warten, bis dann endlich eine Postkutsche daher käme? Ich bin mir sicher, dass wir das alles nicht wieder haben wollten. Schließlich tauschen wir unsere Rechte, unsere Fülle ungern gegen Pflichten, Fremdbestimmung, Gewalt und Mangel ein. Tatsächlich glaube ich sogar, dass wir es heutzutage eher in der Hand haben, uns ein wenig Muße zu organisieren, als es unsere Vorfahren konnten. Ein Handy, ein Fernseher, der PC, das elektrische Licht - das alles hat einen Schalter zum An- aber auch zum Ausschalten! Schließlich sind wir doch die BedienerInnen all unserer Gerätschaften - oder etwa nicht? Was aber haben wir von der Zeitreise in der Phantasie? Sicher trägt auch der Reiz des Unbekannten, Ungewohnten und uns Fremd gewordenen zur Faszination bei. Die für uns „neue" alte Kleiderordnung hat etwas von Verkleiden und Maskieren. Wer wollen wir sein, losgelöst von unserer Zeit mit ihren eigenen Fehlern und Schwächen - welche Rolle wollen wir spielen? Welche Seite unserer Persönlichkeit wird hier herausgelockt und zur Entfaltung gebracht? Vielleicht ist es sogar eine Seite, die Aggression und Wut beinhaltet, denn „hier ist es erlaubt", was sonst ungern gesehen oder verboten ist. Die Rückkehr zu den Wurzeln beschert uns aber auch manch interessanten Lösungsansatz für heutige, gegenwärtige Probleme. Verschie
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