Nacht aufwachten, weil es so still war. Was aber tun? Gegen Flugzeuge und Autolärm komme ich als einzelne nicht an - wenigstens nicht so schnell… O schaffet Schweigen! heißt die Lösung, die uns der Philosoph vorschlägt. Und dies ist wie immer wohl der erste Schritt: beobachten wir uns einmal selbst: muss ich dass, was ich jetzt im Moment sagen will unbedingt sagen? Kann es nicht bis später warten - oder ist es wirklich so wichtig, um „laut" zu werden? Nähern wir uns einander doch einmal mit Ruhe und Gelassenheit und nehmen einfach nur wahr, was ist. Vielleicht merken wir dann, dass es oft besser tut, zu schweigen, die Dinge auf uns wirken und einmal unkommentiert zu lassen. Dann lässt sich sogar das Summen einer Biene von unserem Titelfoto wieder als Musik vernehmen. Ein klassischer Ort für das Schweigen und die Stille ist und war immer der Kirchenraum, der Gottesdienst. Ist Ihnen schon einmal aufgefallen, dass unsere dicken Kirchenmauern sogar die Außengeräusche zu dämpfen vermögen? Mir kommt es oft vor, als käme ich in eine andere Welt, wenn ich einen Kirchenraum betrete. Und oft möchte ich dann einfach nur da sein und schauen - herumgehen oder sitzen und staunen und - nach innen lauschen. Denn wenn die äußeren Ohren ruhen, sagt man, gehen die inneren Ohren auf. Und hören… Ja, was immer sie hören - die Lösung für ein schwieriges Problem, die Idee, auf die ich schon lange warte - es könnte auch die Stimme Gottes gewesen sein, die sonst so oft im Lärm untergeht.. In den Gottesdiensten und Gebeten, meist in der Kirche, aber auch an anderen Orten, versuchen wir es - Schweigen zu schaffen. Dort könnten Sie also Stille finden, vor allem in den ausdrücklich meditativen Gottesdiensten wie dem Taizé- Gottesdienst. Für alle, die die Stille ganz für sich entdecken mögen, ist die Kirche geöffnet - den ganzen Sonntag über und wenn Sie wollen mit dem Schlüssel (von unserer Küsterin Frau Ottum oder von uns) auch die ganze Woche. Denn die Stille heilt, das sagt auch der kürzeste Psalm der Bibel: Meine Seele ist still und ruhig geworden, wie ein Kind, wie ein gestilltes Kind bei seiner Mutter. Wie ein gestilltes Kind, so ist meine Seele in mir. Psalm 131
Denn Gott kommt oft ganz leise zu uns, wie ein Hauch - nicht nur zu Pfingsten.
Eine Sommerzeit voll kleiner, stiller Wunder wünscht Ihnen herzlich