Vorwort

Mich hat in meinem Studienurlaub interessiert, aus welchen Gründen Menschen das tun und wohin es sie bringt - was sie also davon haben. Und habe gehört, dass es bei den Meisten tatsächlich mit ihrem Wohl-Ergehen zu tun hat, nämlich mit ihrer Gesundheit. Sie ist es meistens, die die Menschen in Bewegung bringt, und zwar eher ihr Fehlen, oder das drohende Fehlen der Gesundheit.
Laut WHO (World Healthy Organisation) ist Gesundheit, „ein Zustand vollkommenen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens und nicht allein das Fehlen von Krankheit und Gebrechen."
Das meint also den ganzen Menschen, nicht nur den Körper. Auch das Zusammenleben, die Empfindungen, die Erlebnisse, die uns prägen und beschäftigen. Die schönen und die schwierigen. Soweit klingt das gut - aber: wer von uns ist dann eigentlich gesund?
Wer lebt in einem solchen idealen Zustand „vollkommenen Wohlbefindens" und wer kann das erreichen und durch welche Maßnahmen? Einfach nur Joggen, womöglich einmal die Woche reicht dann wohl kaum aus.
Sigmund Freud, der Alt-Vater der Psychoanalyse sagt: „Gesundheit ist die Fähigkeit lieben und arbeiten zu können." Und tatsächlich „erwischt" uns eine Krankheit meist ja auch in einem Moment, in dem wir irgendwie angeschlagen sind: Müdigkeit, Überarbeitung, familiäre oder berufliche Schwierigkeiten, Trauer. Oder umgekehrt, lässt uns so ein richtige Grippe eben auch grantig und schlapp werden -  wir können weder arbeiten noch lieben.
Gleichzeitig sehe ich Menschen, die sich seit langer Zeit mit einem Rollstuhl bewegen, froh und gelassen einer Arbeit nachgehen und liebevoll mit ande

Liebe Leserin, lieber Leser
Wie geht es Ihnen?

Sicher wundert Sie diese Frage nicht, denn ich bin ja erst seit ein paar Wochen wieder richtig im Dienst nach meinem dreimonatigen Studienurlaub.
Viele von Ihnen habe ich also sehr lange schon nicht gesehen. Wie ist es Ihnen
ergangen in dieser Zeit? Ich frage Sie dies natürlich, weil es mich interessiert und ich hoffe, wir haben demnächst einmal ein wenig Zeit, uns darüber auszutauschen - persönlich versteht sich. Ich frage Sie das auch, weil es mit dem Thema zu tun hat, das mich in dieser Zeit beschäftigt hat.
Haben Sie heute schon bemerkt, wie Sie heute
gehen - wie sie gestern gegangen sind? Tatsächlich müsste die Frage nämlich heißen: wie gehen Sie (heute)?
Gehen Sie leicht, als ob die Füße den Boden kaum berühren, vielleicht der Boden Ihnen sogar einen kleinen Schups gibt, so dass Sie die Füße schnell von ihm lösen? Oder geht es sich schwer - heute? Sinken Sie bei jedem Schritt ein wenig in den Boden ein und bekommen die Füße nur schwer von ihm weg, weil sie so viel Gewicht haben?
Sie merken schon: würden wir uns öfter so beobachten, wüssten wir meist schneller, wie es uns als Ganzes eigentlich wirklich
geht, wieso uns die Arbeit an dem einen Tag wie das reine Vergnügen vorkommt und am anderen Tag nur schwer von der Hand geht. Unsere Sprache gibt das wieder, was viele von uns als Neuheit erleben:
Eine große Zahl von Menschen schenken ihrem
Wohl-Ergehen seit Neustem viel Aufmerksamkeit. Sie joggen, fahren Rad, walken, squashen oder gehen ins Fitness-Studio - gönnen sich Wellness.

3