Gemeinde leben

Tuch wurde die Dickmilch geschüttet. Über Nacht war die Molke im Eimer und im Tuch war der 'Weich-käs' (Quark). Wollte man Handkäse machen, musste der Quark fester ausgedrückt sein. Dazu wurde das Tuch zur Mitte zusammengefaltet und es kam noch ein 'Wackestein' darauf. War der Quark fest genug gepresst, kam Salz und Kümmel dazu. Er wurde gut geknetet und dann wurden Kugeln (wie Klöße) geformt, etwas zusammengedrückt und auf ein 'Käsebrettchen' gesetzt. Dieses musste jetzt ein paar Tage warm stehen, hinter dem Schornstein, oder auf dem Küchenschrank. Wann der Handkäse schön angetrocknet war, wurde er in Essig getaucht und mit Natron eingerieben. Nun wurden die Portionen in ein 'Fettdippe' gesetzt,

das wieder mit einem Leinentuch zugebunden wurde. Nach ein paar Tagen war der Handkäse 'speckig' und ein Hochgenuss.
Der Rahm im 'Rahmdippe' wurde mit einem Holzstößel so lange gestoßen bis sich kleine Butterflöckchen bildeten. Jetzt wurde die Butter gewaschen, geknetet und 'geblätscht'. Man sprach von 'Klumpenbutter'. Es wurden kleine Brote geformt und mit dem Esslöffel schöne Verzierungen gemacht. Das Auge hat auch früher schon 'mitgegessen'.  Die Buttermilch schmeckte sehr gut.
In den 70er Jahren wurden fast alle Kühe abgeschafft Die Milchsammelstelle wurde geschlossen. 

Emmi Hackmer U

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