Vorwort

1. Petrusbrief 2,16
Handelt als freie Menschen; aber missbraucht eure Freiheit nicht. ... Denkt daran, dass ihr nur frei seid, weil Gott euer Herr geworden ist.

Inhaltsverzeichnis

gestritten wird, um dann zu einer gemeinsamen Lösung zu gelangen? Es ist ja viel bequemer, stattdessen polemisch über den jeweils anders Denkenden als mit ihm zu reden. Es ist eine Schande, wenn Kritikpunkte gegenüber den Verantwortlichen überall diskutiert werden, aber nicht dort, wo sie hingehören. Wer ist denn wirklich bereit, zuzuhören und auch andere als die eigenen Argumente gelten zu lassen? Doch darin zeigt sich die wahre Stärke eines Politikers wie jedes Menschen, der Verantwortung trägt.
Dabei muss man sich noch nicht einmal mögen - Freundschaften lassen sich nun einmal nicht erzwingen -, aber zur Zusammenarbeit sind alle verpflichtet, das sind die Gewählten dem Volk und unserem Land schuldig. Gegenseitige Achtung und Respekt hat jeder verdient, der sich für das Gemeinwohl einsetzt, egal welcher Gruppierung oder Partei er oder sie angehört.
Diese gegenseitige Achtung wünsche ich den Verantwortlichen in unseren Gemeinden wie unserem Land. Dies ist zwar noch nicht die Lösung für all die anstehenden Themen, aber immerhin die Grundvoraussetzung für ein Gelingen.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen erntereichen Herbst.

Liebe Leserin, lieber Leser,
viele meinen, die Kirche sollte sich aus politischen Fragen heraushalten. Warum eigentlich? In der Politik geht es um Fragen der sozialen Gerechtigkeit, um Frieden, Freiheit und Würde des Menschen und auch um die Bewahrung der Schöpfung - Themen, die auch und besonders christliche Themen sind.
Nun ist der Wahlkampf vorbei, die Wahl ist entschieden und die Ratlosigkeit groß. Welche Koalition, ob sie nun „Jamaika", „Ampel" oder „Große" heißt, letztendlich unser Land regieren wird, lässt sich noch nicht absehen. Klar ist jedoch, dass die Gräben zwischen den Parteien tief sind, die Stimmen laut, mit wem man auf keinen Fall koalieren will. Dabei scheinen persönliche Animositäten und Eitelkeiten die inhaltlichen Differenzen noch zu übertreffen. Der Verlierer ist dadurch unser Land, das erstarrt, statt die notwendigen Reformen anzupacken - das haben die Wählerinnen und Wähler nicht gewollt und nicht verdient.
Parallelen zu unserer Gemeinde drängen sich mir auf. Wo ist nur die gute alte Streitkultur geblieben, in der offen und ehrlich miteinander

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Anke Hofer