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Liebe Leserin, lieber Leser, viele meinen, die Kirche sollte sich aus politischen Fragen heraushalten. Warum eigentlich? In der Politik geht es um Fragen der sozialen Gerechtigkeit, um Frieden, Freiheit und Würde des Menschen und auch um die Bewahrung der Schöpfung - Themen, die auch und besonders christliche Themen sind. Nun ist der Wahlkampf vorbei, die Wahl ist entschieden und die Ratlosigkeit groß. Welche Koalition, ob sie nun „Jamaika", „Ampel" oder „Große" heißt, letztendlich unser Land regieren wird, lässt sich noch nicht absehen. Klar ist jedoch, dass die Gräben zwischen den Parteien tief sind, die Stimmen laut, mit wem man auf keinen Fall koalieren will. Dabei scheinen persönliche Animositäten und Eitelkeiten die inhaltlichen Differenzen noch zu übertreffen. Der Verlierer ist dadurch unser Land, das erstarrt, statt die notwendigen Reformen anzupacken - das haben die Wählerinnen und Wähler nicht gewollt und nicht verdient. Parallelen zu unserer Gemeinde drängen sich mir auf. Wo ist nur die gute alte Streitkultur geblieben, in der offen und ehrlich miteinander
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