Aus der Region

'Grüne Damen'
Ein ehrenamtlicher Dienst, der Freude macht.

So steht es auf dem Titelblatt der Informationsschrift der Evangelischen und Ökumenischen Krankenhaushilfe, die 1969 in Düsseldorf von Brigitte Schröder, der Ehefrau des früheren Außenministers Gerhard Schröder, gegründet wurde. Inzwischen arbeiten bundesweit über 10.000 Frauen und Männer als 'Grüne Damen' und 'Grüne Herren' (wegen des hellgrünen Kittels) in der als gemeinnützig anerkannten Arbeitsgemeinschaft in Krankenhäusern und Altenheimen. Es ist ein Dienst von Mensch zu Mensch, der die ärztlichen, pflegerischen, therapeutischen und seelsorgerischen Bemühungen um den Kranken unterstützt und ergänzt, nach dem Motto:
'Wir nehmen uns Zeit - wir setzen uns ein - ehrenamtlich'.
Neben der notwendigen medizinischen Behandlung und Pflege durch Ärzte und Schwestern brauchen vor allem alleinstehende, ortsfremde und ältere Patienten persönliche Zuwendung oder Gesprächspartner, besonders wenn sie von ihren Angehörigen oder Freunden wenig besucht werden können. Wir erfüllen ihnen manche Wünsche, mit denen sie oft die Schwestern nicht belasten möchten. Wir kümmern uns um die Sorgen und Nöte, indem wir ihnen aufmerksam zuhören und auf ihre persönlichen

Bedürfnisse eingehen, denn das eigene Wohlbefinden trägt auch zur Heilung bei.
Jeder von uns besucht einmal in der Woche an einem festgelegten Vormittag die von der Einsatzleitung ausgewählte Krankenstation. Wir gehen von Zimmer zu Zimmer, stellen uns vor und erklären unseren Dienst. Während des Gesprächs mit dem Patienten werden wir gelegentlich beauftragt, zum Beispiel Telefonkarten, Obst, Zeitungen oder Getränke zu besorgen. Wie vielfältig die Arbeit ist, kann ich in diesem kurzen Bericht gar nicht beschreiben. Mit manchen Patienten habe ich auch nach deren Entlassung noch Kontakt. So schreibt mir seit Jahren eine dankbare junge Frau aus Chemnitz, die mehrere Wochen in der Neurochirurgie lag, regelmäßig zu Weihnachten, wie es ihr geht. Eine andere Patientin meldet sich bei ihren halbjährlichen Nachuntersuchungs-Terminen bei mir, auch wenn ich nicht gerade Dienst habe.
Seit 1981 bin auch ich als 'Grüne Dame' in der Mainzer Universitätsklinik tätig. Meine Kinder waren damals 20, 18 und 15 Jahre alt und ich hatte mehr freie Zeit, um mich einer sinnvollen Aufgabe zu widmen. In diesen 24Jahren habe ich schon viele Erlebnisse gehabt, die ich nicht vergessen werde. Nach jedem Tag in der Klink gehe ich in dem Gefühl nach Hause, nicht umsonst meine Zeit eingesetzt zu haben.

Hilde Muscholl

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