Wenn Oma heute erzählt...

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Schlange. Es wurde gebietsweise gelesen. Zuerst hinter dem Dorf und dann im Wingertsberg. Gab es mitten am Tag Regen, läuteten die Glocken und alle mussten wieder nach Hause fahren.
Bei der Lese ging es lustig zu. Es wurde gesungen und Witze erzählt. So verging der Tag im Nu. Abends mussten die Bütten leergeschöpft werden, auf die Mühle geschafft und gemahlen werden. Alles von Hand. Dann wurde 'aufgeschüttet', d.h. die Maische wurde auf die Kelter gebracht, und mit Muskelkraft abgedrückt. Endlich kam der Most ins Fass.
Die Trestern wurden von der Kelter abgeräumt, in einer Bütte mit der Hand 'aufgeribbelt' (aufgelockert) und mit Wasser übergossen. Nach ein paar Tagen wurde diese Maische wieder ausgepresst. So entstand der 'Trinkwein'. (Haustrunk)
Im Keller bildeten sich bald die gefährlichen Gärgase, die so manchem Winzer das Leben kosteten und auch so mancher Katze.
Später ist der Wein noch zweimal 'abgestochen' worden, d.h. der Wein wurde mit der Handpumpe aus den Fässern in Bütten gepumpt und die Hefe ('Truse') entfernt. Nach getaner Arbeit war dann endlich der Wein fertig und wurde natürlich auch probiert.

büttchen und das Verbindungsblech. - Alles wurde gestrichen. Dann mussten die 'Herbstkuchen' gebacken werden. Das waren große dicke Hefekuchen. Die wurden zum Bäcker gebracht, dort gebacken und nach zwei Stunden wieder abgeholt (20 Pfg. Backlohn!) Die Hunsrücker Mädel kamen mit dem Bus. Morgen geht es los!!!
Der Herbstwagen mit den Bütten stand im Hof. Die Pferde waren angespannt. Der Essenkorb und das Getränk (in Milchkännchen und Steinkrügen) waren aufgeladen. Die Leute standen auf dem Fuhrwerk. Das Tor war schon offen. Aber wir mussten warten, bis die Glocken läuteten. Dann erst durften wir hinausfahren - ein Fuhrwerk nach dem anderen in einer großen

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