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Schlange. Es wurde gebietsweise gelesen. Zuerst hinter dem Dorf und dann im Wingertsberg. Gab es mitten am Tag Regen, läuteten die Glocken und alle mussten wieder nach Hause fahren. Bei der Lese ging es lustig zu. Es wurde gesungen und Witze erzählt. So verging der Tag im Nu. Abends mussten die Bütten leergeschöpft werden, auf die Mühle geschafft und gemahlen werden. Alles von Hand. Dann wurde 'aufgeschüttet', d.h. die Maische wurde auf die Kelter gebracht, und mit Muskelkraft abgedrückt. Endlich kam der Most ins Fass. Die Trestern wurden von der Kelter abgeräumt, in einer Bütte mit der Hand 'aufgeribbelt' (aufgelockert) und mit Wasser übergossen. Nach ein paar Tagen wurde diese Maische wieder ausgepresst. So entstand der 'Trinkwein'. (Haustrunk) Im Keller bildeten sich bald die gefährlichen Gärgase, die so manchem Winzer das Leben kosteten und auch so mancher Katze. Später ist der Wein noch zweimal 'abgestochen' worden, d.h. der Wein wurde mit der Handpumpe aus den Fässern in Bütten gepumpt und die Hefe ('Truse') entfernt. Nach getaner Arbeit war dann endlich der Wein fertig und wurde natürlich auch probiert.
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