Seite 2 Vorwort

Liebe Leserin, lieber Leser,
Ist der Mensch nur so viel wert, wie er verdient?, diese Frage scheint für unsere Zeit typisch zu sein. Überhaupt nach dem Wert von Menschen zu fragen, mutet mich schon wunderlich an.
Freilich´, wenn wir diese Frage stellen, dann benötigen wir auch eine Messlatte. Sogar der ‚Materialwert' eines Menschen ist dazu schon mal berechnet worden. Und ganz selbstverständlich denken wir bei dieser ‚Wertermittlung' an die Leistung. Bei Fußballspielern haben wir uns daran sogar schon gewöhnt. Sie haben einen Marktwert, der sich in Millionenschweren Ablösesummen und nicht minder schweren Gehältern ausdrückt. Die Fußball - WM im Juni wird so fast zu einem Menschenmarkt...
Aber, mal Hand aufs Herz, ist das in unserem Alltag nicht eigentlich auch so? Loben wir unsere Kinder nicht für eine gute Leistung mit guter Note in der Schule mehr, als für eine tolle Idee oder  ein total verqueres Bild, in dem aber so viel steckt.

Oder sagen wir zu unserem Lebenspartner nicht häufiger: ‚Der Müll muss rausgetragen werden', als ein schlichtes ‚schön, dass Du da bist!'?
Und im Berufsleben, in der Politik, wenn es um  Gewinn und Macht geht, ist es da nicht Ziel, besser als Andere zu sein. Wie oft kommt wieder Kritik, vielleicht nur, weil ein Lob nicht ins politische Bild passt.
Ich bin überzeugt, das alles kann mit dem ‚Wert' eines Menschen nichts zu tun haben.
Ein Mensch ist wert, einfach so. Ganz ohne Vor-Leistung, ohne Bedingung. In der Kirche geben wir dem Ausdruck vor allem in der Taufe aber auch und gerade in der Konfirmation: ‚Du bist es wert, du bist ein Kind Gottes, einmalig unverwechselbar und unersetzlich.' (Deswegen gibt es auch keine Prüfung mehr vor der Konfirmation.)
In unserem Glauben kreuzen wir auf dem Plakat deutlich das ‚Nein' an. Tun wir das doch genauso deutlich in unserem Leben!
Es grüßt Sie herzlich Ihr