2003 - Jahr des Wassers Seite 9

Das Jahr 2003 wurde von den Vereinigten Nationen zum Internationalen Jahr des Wassers erklärt. Die Völkergemeinschaft soll darauf aufmerksam werden, dass in vielen Teilen der Welt Wasser sehr knapp ist und jeden Tag 6000 Menschen an den Folgen verunreinigten Wassers sterben. Der Zugang zum Wasser ist eine Überlebensfrage besonders im Süden der Welt, wo gefordert wird, den Zugang zu sauberem Trinkwasser als Menschenrecht anzuerkennen.
In vielen Ländern, besonders in Afrika, befindet sich die öffentliche Wasserversorgung in einem desolaten Zustand. Viele Leitungssysteme sind marode, die Wasserwerke kaum noch funktionsfähig und die Wasserqualität ist schlecht. Da die Regierungen auf Grund ihrer Finanzmisere kaum für die Kosten des Wasserbetriebs aufkommen können, gibt es starke Tendenzen die Wasserversorgung zu privatisieren. Die Erfahrungen mit der Privatisierung von Wasserbetrieben in Europa haben jedoch gezeigt, dass damit meist erhebliche Kostensteigerungen verbunden sind. Die Preise sind für viele arme Familien zu hoch.
Aus diesem Grunde engagieren sich die Kirchen in Übersee für Lösungen, die sich an den Interessen der Armen orientieren. Wasser soll ein gemeinsames

Gut bleiben und nicht privaten Gewinninteressen ausgeliefert sein. Wasser ist ein Lebensmittel, auf das alle Menschen, egal wie groß oder klein ihre Kaufkraft ist, einen Anspruch haben.

Auch beim Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung in Johannesburg im August 2002 war Wasser ein zentrales Thema. Die Teilnehmerstaaten verständigten sich darauf, dass die Zahl der Menschen ohne Zugang zu Wasser und sanitären Einrichtungen bis 2015 halbiert werden soll. Unklar bleibt, wie dieses Ziel erreicht werden kann.
Es geht um die Verantwortung, Wasser allen zugänglich zu machen, sparsam damit umzugehen, es nicht mit Schadstoffen zu belasten und bei der eigenen Wassernutzung an kommende Generationen und an die übrige Schöpfung zu denken.