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Liebe Gemeinde,
oft gibt es Situationen im Leben, in denen wir uns fühlen, wie der Mensch auf dem Titelbild. Ein Weg, der ungeheuer interessant erscheint, ist gleichzeitig unüberschaubar und es gibt zahllose Richtungen und Windungen, die wir einschlagen können.
Vielleicht wäre es das Beste, einfach stehen zu bleiben, und nicht „ins Leben" zu starten. Aber anders als in der Titelzeichnung haben wir in unserem Leben keine Möglichkeit stehen zu bleiben. Wenn wir nicht ins Leben starten, kommt das Leben über uns.
Wir müssen also los.
Das ist die Freiheit, zu der Christus uns befreit hat. Dabei überlässt Gott uns diese Freiheit ganz und gar. Wir hängen nicht wie Marionetten an langen unsichtbaren Fäden. Das wäre nicht Gottes Freiheit. Diese Freiheit wäre ja einfach; im Zweifelsfall ist einfach die Schnur zu kurz; es ginge nicht weiter. Nein die Freiheit, die Gott uns schenkt, hat keine Fangleinen, die gibt Gott ganz in unsere Hände. Die ist uns anvertraut.
Gott vertraut uns Menschen, dass wir mit dieser Freiheit umgehen können. Das bedeutet, Verantwortung zu übernehmen für das eigene Leben. Das bedeutet auch hinzunehmen, dass das Leben nicht immer nur schön ist. Es gibt kein Anrecht auf Glückseligkeit. Leben hat Höhen und Tiefen, ist Lachen und Weinen, ist Lieben und Leiden. Das eine ist ohne das andere nicht zu

haben.
Das zu können, das wird mein Leben lang ein Versuch, eine Anstrengung sein. Eben genauso, wie der Weg in einem Labyrinth mitunter in eine Sackgasse führt und ich umkehren muss.
Anders als im Labyrinth bin ich im Leben nicht allein und nicht grenzenlos frei. Meine Freiheit ist begrenzt durch die Freiheit meiner Mitmenschen. Was ich mir antue im Bösen wie im Guten gesprochen, tue ich immer auch den Menschen um mich herum an - in irgend einer Form. Ich lebe immer in Zusammenhängen. Darum geht es letztlich auch in dem Gebot, das der Galaterbrief aufgreift:
Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.
In diesem Sinne wünscht Ihnen

Freiheit zum Leben Ihr