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Liebe Gemeinde, Die Ferien stehen vor der Tür. Die Hoffnung, dem Alltag zu entkommen. Urlaub, Ferienzeit, das steht für Erholung, Entspannung, Besinnung und Muße. Tapetenwechsel. Raus aus dem gewohnten Umfeld. Manchmal bleibt danach so etwas wie Katerstimmung übrig, wenn der Wechsel gar zu abrupt oder schnell von statten geht. Dabei ist es doch gerade wichtig, etwas von der Ferienzeit mit in den Alltag zu nehmen. Mitbringsel, Erinnerungstücke, Fotos und Erinnerungen, all diesen Dingen ist eines gemein, auch schmutzige Wäsche übrigens - sie sind vergänglich. Die Erinnerungen verblassen, die Fotos vergilben und die Muscheln zerfallen. Bleibt also nur die Hoffnung auf den nächsten Urlaub, die nächste Auszeit? Oder ist da vielleicht noch etwas? Etwas, das aus den Ferien in den Alltag mitkommt? Unsere Zeit ist geprägt von Leistung und Produktivität. Unser Leben wird vermessen und beziffert. Wir unterliegen Zwängen verschiedener Art. In Kindergarten, Schule, Ausbildung oder Beruf ebenso wie in Freizeit und Familie. Je beschäftigter wir dabei sind, je geschäftiger, um so größer ist die Gefahr, dass wir uns dabei selbst aus den Augen verlieren. Ich denke das ist es, wovon wir immer wieder so dringend einen Tapetenwechsel benötigen. Der Satz "Liebe deinen Nächsten wie dich selbst" (Brief des Apostel Paulus an die Galater, Kapitel 5 Vers 14),
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den Paulus als die Summe der christlichen Lehre bezeichnet hat, kann da in der Tat sehr wohltun. Häufig wird er nur in seiner ersten Hälfte gelesen und droht so zu einer christlichen Leistungsnorm zu verkommen: Liebe! Liebe! Liebe! Den Nächsten, die Nächste, wen auch immer, wann auch immer! Kein Mensch ist unbegrenzt leistungsfähig - auch in der Nächstenliebe nicht. Wer sich selbst in aller Leistungsanforderung vergisst, wer immer pausenlos beschäftigt ist, wer keine Zeit für sich selbst hat, liebt sich selbst nicht. Und dann hat das "Liebe deinen Nächsten, wie dich selbst" auch keine große Bedeutung mehr. Von nichts kommt nichts, sagt ein Sprichwort. So ist das auch hier. Das ist es, denke ich, was wir aus den Ferien dauerhaft mitnehmen können: Es könnte der Vorsatz sein, ein Stück Erholung, Entspannung, Besinnung und Muße im Alltag zu leben. Ein Tag, an dem genügend Zeit für die Kinder ist, ein Abend für ein Buch, ein paar Stunden zum Spazierengehen. Die Ferien stehen vor der Tür. Ich wünsche Ihnen, die Ferienzeit für sich zu nutzen, nicht als Flucht vor dem Alltag, sondern als Zeit der Besinnung und Ruhe.
Gottes Segen in der Ferienzeit wünscht Ihnen Ihr
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