Seite 6 Kindergarten   

Evangelische
Kirchengemeinde
Partenheim


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Liebe Eltern!

Wenn die Tage immer kürzer werden und draußen das winterliche Wetter Einzug hält, beginnt für die Kinder und uns eine besondere Zeit, dabei ist die Freude auf Weihnachten natürlich riesengroß.
Wir hier im Kindergarten genießen diese Zeit der Erwartung und Freude mit den Kindern.
Wir basteln Adventskalender, gestalten einen Adventskranz, die Krippe wird aufgebaut, zünden Lichter an und hören Geschichten zur stillen Zeit und machen uns so auf den Weg nach Bethlehem.
Der Weg nach Bethlehem? Wie sieht der heute auch noch aus? Im Lärm der Stadt, wo Nikoläuse fast an jeder Ecke stehen, wo Weihnachtsglitzer und Musik aus jedem Kaufhaus laut dröhnt, wo oft Hektik und Hast an Stelle von Stille und freudiger Erwartung stehen. Was ist uns wichtig für den Weg nach Bethlehem in dieser heutigen Zeit?
Vielleicht gibt uns die folgende Geschichte eine Antwort darauf.
Walter war gerade neun Jahre alt und ging in die zweite Klasse der Grundschule, obwohl er eigentlich in der vierten hätte sein sollen. Eigentlich wäre Walter im Krippenspiel gern ein Schäfer, mit einer Flöte gewesen, aber Frau Schmitt hatte ihm eine wich

tige Rolle zugedacht. Wie gewohnt versammelten sich am Heiligen Abend eine große Zuhörerschar zum alljährlichen Krippenspiel in der Kirche. Es kam der Augenblick, als Josef Maria behutsam vor die Herberge führte. Josef pochte laut an die Holztür, die man in die gemalte Kulisse eingebaut hatte. Walter, als Wirt, stand dahinter und wartete.
„Was wollt ihr?" fragte er barsch und stieß die Tür heftig auf.
„Wir suchen eine Unterkunft."
„Suchen sie anderswo!" Walter blickte starr geradeaus, sprach aber mit kräftiger Stimme. „Die Herberge ist voll!"
Josef sagte: „Herr, wir haben überall vergeblich gefragt, wir kommen von weit her und sind sehr erschöpft."
„Bei uns ist kein Platz für euch",
Walter blickte streng.
„Bitte, lieber Wirt. Das ist meine Frau Maria, sie ist schwanger und braucht einen Platz zum Ausruhen. Sie ist so müde. Ihr habt doch bestimmt ein Eckchen für sie.
Nun lockerte der Wirt zum ersten Mal seine starre Haltung und schaute auf Maria. Dann folgte eine lange Pause. So lange, dass es für die Zuhörer ein bisschen peinlich wurde.
„Nein! Schert euch fort!" flüsterte der Souffleur aus der Kulisse.
„Nein!" wiederholte Walter automatisch. „Schert euch fort!"