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Toleranz
Toleranz bedeutet "Duldung". Im Jahr 1598 fand diese Begriffserklärung öffentliche Erwähnung durch das Toleranz Edikt von König Heinrich IV., welches die Aufnahme protestantischer Glau- bensgemeinschaften in Deutsch- land ermöglichte. Die Vereinigten Staaten von Amerika wurden zum gelobten Land der Toleranz für alle, die wegen ihrer politischen oder religiösen Überzeugung ihr intolerantes Europa verlassen mussten. In der Religion wird Toleranz nach innen und nach außen praktiziert. Es ist ein Wechselspiel zwischen Geben und Nehmen: Jeden Menschen sollten wir als unseren Nächsten ansehen, denn der Weg zu Gott führt nur über den Nächsten. Im Miteinander der Menschen wird heute das Wort Toleranz weitläufig verwendet. Es bedeutet, andere und Andersartige hinzunehmen, um das Dasein der Menschen und deren Besonderheiten im Rahmen bestimmter Regelungen gelten zu lassen. Toleranz üben ist wichtig für das Zusammenleben. Unser Gegenüber und wir selbst müssen klare Grenzen kennen, in denen wir uns bewegen, ohne dem anderen zu schaden. Gott zeigt uns deutlich die Grenzen in den Zehn Geboten. Sie geben uns einen festgelegten Spielraum, in dem wir unser Leben einrichten können. Gleichzeitig benötigen wir freien Raum, um dem anderen gleiche Chancen zu bieten, was allerdings noch nicht eine volle Integration bedeutet. Auf alle Fälle heißt das Bereitschaft zu zeigen in der Erwartung, von den anderen bereichert zu werden. Wir müssen aber auch darauf achten, dass Toleranz nicht in einen extremen Bereich umschlägt, indem wir ohne Unterschiede alles gelten lassen, uns alles gleichgültig ist und am Ende beide Teile eine enorme Belastung empfinden. Die Grenzen der Toleranz wären damit überschritten. Es gibt viele Möglichkeiten Toleranz zu üben: Hilfe leisten beim Abbau von Ängsten, Misstrauen und vorgefertigten Meinungen, Nachsicht üben, Leistungen anerkennen, sich selbst zurücknehmen, aushalten und zuhören können, großzügig, weitherzig und versöhnlich sein. Wichtig ist auch, dass wir unseren eigenen Standpunkt finden. Gelebte Toleranz ist aber nur durch die unumstößliche Liebe möglich.
Barbara Schöley
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